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Satzung der Sächsischen Akademie der Künste



Präambel
Geleitet von dem Willen, in der Reflexion über die Künste Bilder von Gegenwart und Geschichte zu gewinnen, die einer menschenwürdigen Zukunft verpflichtet sind, und, gestützt auf die Kräfte des sächsischen Kulturraums, Vorstellungen davon zu befördern, wie deutsche Kultur in ihrer internationalen Verflechtung zum Verbund der Gesellschaft beitragen kann, hat sich die Sächsische Akademie der Künste im sechsten Jahr des wiedererstandenen Freistaates Sachsen und der neugewonnenen deutschen Staatseinheit auf Grund des vom Sächsischen Landtag am 24. Mai 1994 beschlossenen Gesetzes eine Satzung gegeben, die am 6. Mai 1996 beschlossen und am 18. November 1998, am 3. Juli 2010, am 13. September 2012 und am 26. Oktober 2013 gemäß neuer Erfordernisse modifiziert wurde.


§ 1 Aufgaben
(1) Die Sächsische Akademie der Künste ist eine Gemeinschaft von Künstlern und Kunsttheoretikern. Sie vertritt Freiheit und Anspruch der Kunst gegenüber Staat und Gesellschaft und macht die Öffentlichkeit mit wichtigen künstlerischen Leistungen,
Positionen und Prozessen der Zeit bekannt.
(2) Zur Förderung ihrer Zwecke pflegt die Akademie Verbindungen zu anderen künstlerischen Gesellschaften und zu Einzelpersonen.


§ 2 Mitglieder
(1) Zu Ordentlichen Mitgliedern der Akademie können Künstler und Kunsttheoretiker gewählt werden, die grundsätzlich ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Die Wahl ist Ausdruck der Wertschätzung ihres Werkes. Die Mehrheit der Mitglieder soll durch Herkunft oder Wirksamkeit dem sächsischen Kulturraum verbunden sein.
(2) Zu Korrespondierenden Mitgliedern können Künstler und Kunsttheoretiker gewählt werden, die grundsätzlich ihren Wohnsitz außerhalb Deutschlands haben. Die Wahl ist Ausdruck der Wertschätzung ihres Werkes.
(3) Zu Ehrenmitgliedern der Akademie können Personen gewählt werden, die sich besondere kulturelle Verdienste erworben haben. Ehrenmitglieder gehören keiner Klasse an.
(4) Ein Korrespondierendes Mitglied kann auf Antrag einer Klasse und mit Zustimmung des Senats von der Mitgliederversammlung zum Ordentlichen Mitglied gewählt werden. Ein Ordentliches Mitglied kann auf eigenen Antrag den Status eines Korrespondierenden Mitglieds erhalten. Der Antrag ist dem Präsidenten schriftlich zu erklären.
(5) Jedem Mitglied der Akademie steht es frei, aus der Akademie auszuscheiden. Der Verzicht auf die Mitgliedschaft ist dem Präsidenten schriftlich zu erklären.
(6) Ein Mitglied kann wegen fortgesetzter Zuwiderhandlung gegen den Geist der Gemeinschaft auf Antrag des Senats oder der zuständigen Klasse von der Mitgliedschaft ausgeschlossen werden. Dazu bedarf es eines mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Ordentlichen Mitglieder gefassten Beschlusses der Mitgliederversammlung. Vor der Abstimmung muss dem betroffenen Mitglied Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden.


§ 3 Mitgliederwahlen
(1) Begründete Vorschläge zur Wahl neuer Mitglieder können von allen Mitgliedern der Akademie den Klassen oder dem Senat unterbreitet werden. Die Vorschläge der Klassen werden nach geheimer Abstimmung mit einer Begründung der Klassen an den Senat weitergeleitet. Vorschläge zur Wahl von Ehrenmitgliedern werden an den Senat gerichtet. Der Senat entscheidet im Einvernehmen mit der zuständigen Klasse über die der Mitgliederversammlung vorzulegenden Wahlvorschläge.
(2) Die schriftlichen Wahlvorschläge müssen dem Senat bis spätestens acht Wochen vor der Mitgliederversammlung vorliegen. Sie werden den Mitgliedern bis spätestens zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung schriftlich bekanntgegeben.
(3) Die zur Wahl Vorgeschlagenen werden von der Mitgliederversammlung in geheimer Abstimmung mit Zweidrittelmehrheit der an der Abstimmung teilnehmenden Ordentlichen Mitglieder gewählt. Stimmenthaltungen gelten als nicht an der Abstimmung teilgenommen. Die Mitgliedschaft tritt mit der schriftlichen Annahme der Wahl in Kraft.


§ 4 Vertraulichkeit
Die Mitglieder sind verpflichtet, alle Verhandlungen über Beschlüsse der Mitglieder-versammlung, der Klassen und des Senats, insbesondere über Wahlvorgänge, gegenüber der Öffentlichkeit vertraulich zu behandeln.


§ 5 Mitgliederversammlung
(1) Die Mitgliederversammlung findet mindestens einmal im Jahr statt. Sie entscheidet über
- die Wahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten,
- die Wahl der Ordentlichen Mitglieder, der Korrespondierenden Mitglieder sowie der Ehrenmitglieder,
- den Ausschluss von Mitgliedern,
- die Satzung,
- Angelegenheiten, die ihr vom Präsidenten, vom Senat oder von ihren Mitgliedern vorgelegt werden.
(2) Die Mitgliederversammlung wird vom Präsidenten mit einer Frist von mindestens acht Wochen schriftlich unter Bekanntgabe der Tagesordnung einberufen. Außerordentliche Mitgliederversammlungen sind einzuberufen, wenn der Senat es beschließt oder wenn ein Drittel der Ordentlichen Mitglieder es in schriftlicher Form verlangt.
(3) Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn die ordnungsgemäße Einladung festgestellt und mindestens ein Drittel der Ordentlichen Mitglieder anwesend ist. Im Fall der Beschlussunfähigkeit lädt der Präsident mit einer Frist von mindestens vier Wochen erneut schriftlich zur Mitgliederversammlung ein. Die daraufhin zusammentretende Versammlung ist nach Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Ordentlichen Mitglieder beschlussfähig.
(4) Die Mitgliederversammlung entscheidet, sofern die Satzung nicht anders bestimmt, mit der einfachen Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Präsidenten. Beschlüsse der Mitgliederversammlung sind zu protokollieren.
(5) Die Tagesordnung kann auf Beschluss der Mitgliederversammlung verändert werden.


§ 6 Klassen
(1) Die Akademie hat folgende Klassen:
Baukunst, Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Film, Literatur und Sprachpflege, Musik.
(2) Sitzungen der Klassen finden mindestens zweimal im Jahr statt. Sie werden von dem Sekretär der Klasse mit einer Frist von mindestens vier Wochen einberufen und von ihm oder seinem Stellvertreter geleitet. Die Beschlüsse der Klassen sind zu protokollieren.
(3) Die Sekretäre der Klassen und ihre Stellvertreter werden von den Mitgliedern der jeweiligen Klasse in geheimer Abstimmung gewählt. Sie dürfen nicht zugleich Präsident oder Vizepräsident sein. Ihre Amtszeit beträgt drei Jahre. Wiederwahl ist nur einmal möglich.
(4) Die Klasse ist beschlussfähig, wenn die ordnungsgemäße Einladung festgestellt und mindestens ein Drittel der Ordentlichen Mitglieder anwesend ist. Im Fall der Beschlussunfähigkeit lädt der Sekretär der Klasse mit einer Frist von mindestens vier Wochen erneut schriftlich zur Sitzung der Klasse ein. Die daraufhin zusammentretende Versammlung ist nach Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig.

§ 7 Präsident und Vizepräsident
(1) Der Präsident vertritt die Akademie gerichtlich und außergerichtlich. Ihre Geschäftsstelle ist ihm unterstellt. Er leitet die Mitgliederversammlungen und die Sitzungen des Senats und ist für die Ausführung ihrer Beschlüsse verantwortlich.
(2) Der Präsident sorgt im Zusammenwirken mit dem Senat für die ordnungsgemäße Arbeitsweise der Akademie und ihrer Arbeitnehmer im Rahmen des Gesetzes über die Akademie und ihrer Satzung.
(3) Im Verhinderungsfall wird der Präsident durch den Vizepräsidenten vertreten. Sind beide verhindert, so führt das älteste Mitglied des Senats die Präsidialgeschäfte.
(4) Präsident und Vizepräsident müssen ordentliche Mitglieder der Akademie sein. Sie werden in geheimer Abstimmung einzeln von der Mitgliederversammlung gewählt. Alle Mitglieder sind vorschlagsberechtigt. Für die Wahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten wählt die Mitgliederversammlung einen Wahlleiter.
(5) Beider Amtszeit beginnt mit der Wahl und endet mit der Neuwahl auf der Mitgliederversammlung im drittnächsten Kalenderjahr oder vorzeitig bei Rücktritt oder Tod. Wiederwahl ist nur einmal möglich.
(6) Der Präsident und der Vizepräsident können ihren Rücktritt nur gegenüber der Mitgliederversammlung oder dem Senat erklären.


§ 8 Senat
(1) Der Senat besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und den Sekretären der Klassen.
(2) Der Senat wird vom Präsidenten oder auf schriftlichen Antrag von mindestens drei seiner Mitglieder unverzüglich einberufen.
(3) Der Senat ist beschlussfähig, wenn mindestens vier seiner Mitglieder anwesend sind.
Er entscheidet mit einfacher Mehrheit der Anwesenden. Eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren (schriftliches Abstimmungsverfahren) ist in dringenden Fällen und nur bei Einverständnis der Mehrheit der Senatsmitglieder möglich; es entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Präsidenten. Die Beschlüsse des Senats sind zu protokollieren.
(4) Der Senat ist für die Arbeit der Akademie einschließlich ihrer Veranstaltungen verantwortlich. Der Präsident berichtet der Mitgliederversammlung über die Arbeit der Akademie.
(5) Der Senat ist für die Haushaltsführung der Akademie verantwortlich. Er verfügt über die ihr zufliessenden Mittel gemäß den Beschlüssen der Mitgliederversammlung.

§ 9 Präsidialsekretär. Geschäftsstelle
Mit Zustimmung des Senats beruft der Präsident einen Präsidialsekretär als Leiter der Geschäftsstelle der Akademie. Der Präsidialsekretär, der nicht Mitglied der Akademie sein darf, nimmt an den Sitzungen des Senats mit beratender Stimme teil. Er ist dem Senat für den Haushaltsvollzug rechenschaftspflichtig. Einzelheiten regelt eine Geschäftsordnung.


§ 10 Satzung
(1) Die Satzung der Akademie wird von der Mitgliederversammlung mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Ordentlichen Mitglieder beschlossen. Sie bedarf der Genehmigung durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Sie tritt am Tag der Genehmigung durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Kraft.
(2) Änderungen der Satzung bedürfen innerhalb der Mitgliederversammlung einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden Ordentlichen Mitglieder.






Der Text der Satzung wurde 1992/93 vom Gründungsausschuss der Sächsischen Akademie der Künste erarbeitet. Er wurde auf der ersten Mitgliederversammlung der Akademie am 29. Februar 1996 beraten und von der zweiten (konstituierenden) Versammlung am 6. Mai 1996 beschlossen. Änderungen der Satzung wurden von den Mitgliederversammlungen am 18. November 1998, am 3. Juli 2010, am 13. September 2012 und am 26. Oktober 2013 beschlossen.