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SÄCHSISCHE AKADEMIE DER KÜNSTE
Palaisplatz 3 / Ecke Königsstraße, 01097 Dresden

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Wenn nicht anders angegeben, sind die Veranstaltungen öffentlich; der Eintritt ist frei. Bilder und weiterführende Informationen finden Sie auch auf Facebook.

2018

Die Debatte um die Zukunft unseres Landes, die eng verbunden ist mit der Debatte um die Zukunft Europas, wird die Sächsische Akademie der Künste in einer sich über das Jahr erstreckenden Veranstaltungsreihe beschäftigen. Später im Jahr wird sie münden in einen Workshop zur Frage "Brauchen wir einen neuen Gesellschaftsvertrag?" Zu Beginn dieser Reihe stellen wir die Frage nach der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Diese Frage stellt sich in jeder veränderten gesellschaftlichen Situation neu, heute umso mehr, als das (gesellschafts-)politische Engagement der Künste keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Vorbei scheint die Zeit zu sein, da sich die Politik vom Wohlwollen der Künstler getragen oder von deren Kritik beobachtet fühlen konnte. Darüber hinaus ist das Verständnis von Kultur als Maßstab dessen, was den Menschen ausmacht und was ihm wichtig ist, weitgehend verloren gegangen. Wenn aber nur noch der Markt und der Konsum das Leben bestimmen, reduziert sich Erleben – wie der Historiker Jonathan Rutherford es jüngst formulierte – auf pures Leben, „ohne Verständnis für Herkunft und ohne vergemeinschaftenden Sinn des Ganzen“. Zu Beginn des Jahres also stellte die Akademie die Frage: Brauchen wir Künstler?
(Holk Freytag, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste)


Montag, 9. April 2018, 18.30 Uhr
Aktsaal der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Brühlsche Terrasse 1, 01067 Dresden
Wer schreibt Kunstgeschichte?

Wird Kunstgeschichte von Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker geschrieben? Sind es der Markt, die privaten Sammler oder der Skandal, der manchmal gesellschaftlich relevante Diskurse anstößt, die einem Werk zum Durchbruch verhelfen? Welche Rolle spielen ästhetische Maßstäbe? Was überhaupt heißt „Kunstgeschichte“? Ist es ein Ordnungswerk der Kanonisierung, in dem allein für die Großen Platz ist, für Picasso und Joseph Beuys? Wie sähe eine nicht-hierarchische Systematik der Kunstgeschichtsschreibung aus? Wie verändert sich die europäische Kunstgeschichte aus globaler Perspektive?
Die Vortragsreihe der Sächsischen Akademie der Künste in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste und dem Fachbereich Kunstgeschichte des Instituts für Musik- und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden wird Antworten auf manche der vielen Fragen geben und vielleicht noch mehr Fragen aufwerfen.


"Kunstgeschichte als Kunstgericht? Über künstlerische Herrschaftsdiskurse"
Einführungsvortrag der Reihe "Wer schreibt Kunstgeschichte?"
Prof. Dr. Bernadette Collenberg-Plotnikov, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die Frage, wer Kunstgeschichte 'schreibt', begleitet die Kunstgeschichtsforschung seit ihren Anfängen. Dabei sind unterschiedliche Auffassungen von dem Subjekt der Kunstgeschichte entwickelt worden: Das Spektrum reicht vom genialen künstlerischen Individuum und seinem Werk über das 'Kunstwollen' bis hin zu den Akteuren der verschiedenen Kunstinstitutionen wie Markt, Museum, Kritik oder akademischer Kunstgeschichte.
Alle diese Auffassungen haben zweifellos ein gewisses Erklärungspotential, doch sie schließen sich einerseits wechselseitig aus, andererseits führt die Monopolisierung einer dieser Positionen zu einer Diktatur der 'großen Persönlichkeiten', der Weltanschauungen oder kontingenter Machtverhältnisse. Die poststrukturalistische Auffassung vom 'Ende der großen Erzählungen' löst das Dilemma nicht, denn Kunst ist nach wie vor als eine Form menschlicher Selbstverständigung präsent. Ohne die Idee einer ihr eigenen Geschichte gerät diese zentrale Funktion der Kunst aber zwangsläufig aus dem Blick. Der Vortrag von Bernadette Collenberg-Plotnikov plädiert für eine kritische Kunstgeschichtsforschung, die die konkurrierenden Subjekte der Kunstgeschichte beschreibt und ihre Monopolansprüche hinterfragt.

Vortrags- und Diskussionsreihe in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und dem Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden


Samstag, 26. Mai 2018, 14.00-22.00 Uhr (auf Anmeldung)
Frauenkirche, Neumarkt, 01067 Dresden
Unterkirche Forum Frauenkirche, Eingangstor F
Baustelle Demokratie. Brauchen wir einen neuen Gesellschaftsvertrag?

Finanzkrise, Flüchtlingsdrama, Aufkündigung gemeinsamer Werte, drohender Zerfall der EU, der Vormarsch der Populisten - man könnte die Symptome einer Krise der Gesellschaft noch um etliche Beispiele erweitern. Droht unsere Gesellschaft auseinanderzufallen? Brauchen wir einen neuen Gesellschaftsvertrag?
Diese Fragen diskutieren die Schriftsteller Marcel Beyer, Christian Lehnert und Ingo Schulze, der Historiker Jörn Rüsen, die Politikerin Katja Kipping (Die Linke) und weitere Referenten und Podiumsgäste aus Politik, Kunst und Gesellschaft.

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt des Symposiums:

»Zur geistigen Situation unserer Zeit«
Über die Tragfähigkeit gesellschaftlicher Übereinkünfte Erfahrungen mit Gesellschaftsverträgen

»Ist das Potential des Möglichen erschöpft?«
Gesellschaftspolitische Ansätze nach 1989

»Utopie als Triebkraft des Politischen«
Über die Notwendigkeit neuer Entwürfe

»Ansätze in der Politik heute«
Zwei politische Podien

»Und dennoch Hoffnung«
Einsichten und Perspektiven

Symposium der Sächsischen Akademie der Künste in Kooperation mit der Stiftung Frauenkirche Dresden


Mittwoch, 18. Juni 2018, 18.30 Uhr
Aktsaal der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Brühlsche Terrasse 1, 01067 Dresden
"Rembrandt forever!"
Vortrag der Reihe "Wer schreibt Kunstgeschichte?"
Prof. Dr. Jürgen Müller, TU Dresden

Der Niederländer Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) wird seit dem 19. Jahrhundert als Ausnahmekünstler erachtet. Dabei sind es nicht nur seine Bilder, sondern auch sein Charakter, der Künstler, Kunstschriftsteller und Philosophen zu faszinieren scheint. Doch schaut man auf die frühen Biographien eines Joachim von Sandrart oder Filippo Baldinucci, so sticht die Geringschätzung seiner Werke durch diese klassizistischen Autoren ins Auge. Dem Leidener Künstler wird Unkenntnis, wenn nicht gar Ignoranz gegenüber der italienischen Kunst eines Raffael und den Werken der Antike vorgeworfen. Doch wie verhält sich diese Abwertung zu seiner späteren Popularität? Wie können solche negativen Urteile im Laufe der Rezeptionsgeschichte umgedeutet werden? Der Vortrag von Jürgen Müller wird in exemplarischer Form einige Werke, vor allem aber die Wirkungsgeschichte Rembrandts vorstellen und dabei bis in die filmische Tradition der Biopics des 20. Jahrhunderts ausgreifen.

Weitere Vortragstermine sind im Wintersemester 2018/19 geplant.

Vortrags- und Diskussionsreihe in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und dem Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden




Die Sächsische Akademie der Künste ist berechtigt, Bild- Film- und Tonaufnahmen von Mitwirkenden und Teilnehmern während der Veranstaltung anzufertigen
und für Zwecke der Veranstaltungsberichterstattung und allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit auf facebook und anderen Medien zu veröffentlichen. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären sich Mitwirkende und Teilnehmer der Veranstaltung mit dieser Veröffentlichung einverstanden. Die Veröffentlichung eigener Film- und Tonaufnahmen ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet.

SÄCHSISCHE AKADEMIE DER KÜNSTE
Palaisplatz 3, 01097 Dresden
Tel.: 0351-810763-00, Fax: 0351-810763-09
E-Mail: info@sadk.de
Facebook: www.facebook.com/SaechsischeAkademiederKuenste